Home

Jüngste Forschungsstudien legen nahe, dass eine fettreiche Ernährung ein Ungleichgewicht der Darmmikrobiota und eine Schädigung des Dickdarmgewebes verursachen könnte. Dies würde zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Verdauungstrakts und folglich zu einem kontinuierlichen Fluss niedriggradiger entzündlicher Zytokine führen. Spirulina platensis kann vor HFD-induzierten metabolischen Entzündungen schützen und das Wachstum vorteilhafter Bakterien in vitro-Stuhlkulturen fördern. Es ist jedoch nicht bekannt, ob diese hilfreiche Wirkung auch auf die Gewebe des Verdauungstrakts wirkt. In dieser Forschungsstudie wurden Ratten 14 Wochen lang mit einer fettreichen Diät gefüttert, die mit 3% S platensis angereichert war. Wir analysierten Endotoxin, die Zusammensetzung der Mikrobiota, Entzündungen und die Darmdurchlässigkeit. Wir stellten fest, dass S platensis das Körpergewicht und das Gewicht der viszeralen Fettpolster der mit HFD gefütterten Ratten reduzierte. Außerdem wurden die Lipopolysaccharid- und pro-inflammatorischen Zytokinwerte im Serum gesenkt. Unsere Ergebnisse zeigten, dass S platensis die relative Menge an Proteobakterien und das Verhältnis Firmicutes/Bacteroidetes in den Kotproben von HFD-gefütterten Ratten am stärksten verringern konnte. S platensis verringerte die Schwellung des Verdauungstrakts erheblich, wie die verringerte Expression des myeloischen Unterscheidungselements 88 (MyD88), des Toll-like-Rezeptors 4 (TLR4), von NF-κB (p65) und entzündlichen Zytokinen zeigte. S platensis verbesserte auch die erhöhte Permeabilität und die verminderte Expression von Tight-Junction-Proteinen in der Verdauungsschleimhaut, wie ZO-1, Occludin und Claudin-1. Bei Ratten mit HFD-induzierter Darmdysbiose wirkt sich S platensis positiv auf die Gesundheit aus, indem es anhaltende Schwellungen und Darmdysbiose verhindert und die Darmpermeabilität moduliert.

 

1. EINLEITUNG

Es besteht ein günstiger Zusammenhang zwischen fettreicher Fettleibigkeit und einem niedrigen Niveau chronischer Schwellungen, die mit einer erhöhten Expression proinflammatorischer Zytokine einhergehen, die zu zahlreichen komplizierten Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und zahlreichen Krebsarten beitragen. 1, 2 Darüber hinaus trägt die Darmmikrobiota zum Fortschreiten von Gewichtsproblemen bei, und eine Dysbiose der Darmmikrobiota ist für den mit Fettleibigkeit einhergehenden anhaltenden Entzündungszustand notwendig. 3, 4, 5 Einerseits führt eine fettreiche Ernährung (HFD) zu einer Dysbiose der Darmmikrobiota, da die Vielfalt und Fülle der vorteilhaften Mikrobiota abnimmt. Andererseits kann eine HFD den fäkalen Gehalt an Lipopolysaccharid (LPS) erhöhen und eine Endotoxämie oder eine systemische, geringgradige Schwellung verursachen, die peripheres Gewebe noch stärker schädigen kann. 6, 7.

Die Verdauungsbarriere oder Schleimhautbarriere des Verdauungstrakts fungiert als Hauptbarriere zum Schutz vor Antigenen oder Toxinen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie besteht aus einer einzigen Epithelzellschicht des Verdauungstrakts, die mit Tight-Junction-Proteinen ausgekleidet ist, die die Durchlässigkeit des Darms regulieren. 8, 9 Bakterielles LPS aus dem Darm von Ratten, die mit HFD gefüttert wurden, führte zu einer verstärkten Induktion des Toll-like-Rezeptors 4 (TLR4), der auf die Aktivierung des myeloischen Differenzierungsfaktors 88 (MyD88) und den nachgeschalteten NF-κB-Signalweg angewiesen ist, was zu einer verminderten Expression von Tight-Junction-Proteinen und Kolitis führte und somit die Permeabilität des Darmtrakts erhöhte. 10, 11 In diesen Situationen wird die Funktion der Verdauungsbarriere beeinträchtigt und die Fähigkeit zur bakteriellen Translokation erhöht. Die bakterielle Translokation öffnet den Zugang zu verschiedenen Arten von Schadstoffen, wie z. B. LPS, die eine lokale Entzündung verursachen und die systemische Entzündung durch einen schnellen Anstieg der Zytokinwerte fördern. 12 Unter diesem Gesichtspunkt könnte die Regulierung der Darmmikrobiota dazu beitragen, die systemische chronische Entzündungsreaktion, die durch eine HFD und eine Schädigung des unteren Darmtrakts verursacht wird, zu lindern.

Spirulina platensis (S platensis) gehört zur Familie der Oscillatoriaceae 13, die natürlich in alkalischen Seen vorkommt. 14 Als praktische Ressource besteht S platensis aus verschiedenen aktiven Bestandteilen wie Vitaminen, Mineralien, Phenolsäuren, Beta-Carotin, Proteinen und Tocopherolen. Sie weist auch ein hohes Maß an antioxidativen und entzündungshemmenden Aktivitäten auf15 und besteht aus wichtigen Aminosäuren. 16 Diese diätetischen Vorteile haben dazu geführt, dass S platensis als Nahrungsmittelzusatz für Tiere (wie Vögel und Fische) oder als Nahrungsergänzungsmittel für Menschen verwendet wird. S platensis und sein Wirkstoff C-Phycocyanin haben nützliche immunmodulatorische, entzündungshemmende, nephroprotektive, hepatoprotektive, antidiabetische, neuroprotektive, krebshemmende, blutdrucksenkende und antigenotoxische Funktionen. 17, 18, 19 In letzter Zeit haben Wissenschaftler darüber nachgedacht, S platensis als präbiotische Quelle zu nutzen, da es das Wachstum von Akkermansia, Lactobacillus und Butyricimonas fördern und das Wachstum von Clostridium und Dorea in vitro unterdrücken kann. S. platensis hat ein regulatorisches Ergebnis, das die Darmmikrobiota reguliert. 20, 21, 22 Die nützlichen Wirkungen von S. platensis bei der Minimierung des mit Fettleibigkeit verbundenen chronischen Entzündungszustandes sind also mit den Darmaktivitäten verbunden. Die Leitlinie der Barrierefunktion des Verdauungstraktes sowie die Verbesserung der Schädigung des Verdauungsgewebes unter HFD durch Spirulina platensis ist noch nicht untersucht worden. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob die schützende Wirkung von S platensis auf die Barrierefunktion des Darmtrakts mit dem durch LPS aktivierten TLR4/MyD88/NF κB-Signalweg zusammenhängt. In der vorliegenden Studie haben wir S platensis verwendet, um den Mechanismus seiner Wirkung auf die Darmmikrobiota und die intestinale Permeabilität bei HFD-gefütterten Ratten zu untersuchen.

 

2. ERGEBNISSE

2.1. Die Auswirkungen von Spirulina platensis auf das Körpergewicht, die Insulinintoleranz und die Serumlipidkriterien bei HFD-gefütterten Ratten

Alle Ratten in den 3 Gruppen hatten zu Beginn des Versuchs genau das gleiche Körpergewicht. Ihr Körpergewicht änderte sich nach einer 12-wöchigen Fütterung. Im Vergleich zu den Kontrollratten wiesen die HFD-gefütterten Ratten ein höheres Körpergewicht auf; das Gewicht der HFD-Ratten, die mit S platensis gefüttert wurden, nahm jedoch ab (Abbildung 1A). Darüber hinaus verringerte die Behandlung mit S platensis das Gewicht der viszeralen Fettpolster der HFD-gefütterten Ratten erheblich (Abbildung 1B), ohne die Gesamtmenge der aufgenommenen Nahrung zu beeinflussen (Abbildung 1C).
3.2. Das Ergebnis Spirulina platensis auf Serumendotoxine und entzündliche Zytokine bei HFD-gefütterten Ratten.
Im Vergleich zu den Ratten der Kontrollgruppe wiesen die Ratten der HFD-Gruppe höhere Werte von IL-6, TNF-α und IL-1β im Serum auf. Die erhöhten IL-6- und TNF-α-Werte wurden durch die Behandlung mit S. platensis umgekehrt (Abbildung 2A-C). Darüber hinaus waren die Konzentrationen von Serum-LPS bei den mit HFD gefütterten Ratten fast doppelt so hoch wie bei den mit einem Nicht-HFD-Diätplan gefütterten Ratten. Die erhöhte LPS-Konzentration kehrte sich bei den Ratten, die mit S. platensis behandelt wurden, um (Abbildung 2D).

2.2. Die Wirkung von Spirulina platensis auf die Schädigung des Dickdarmgewebes bei HFD-gefütterten Ratten

Die H&E-Färbung wurde verwendet, um die Histologie und Morphologie des Dickdarms der Rattengruppen zu untersuchen. In der Kontrollgruppe wies das Dickdarmgewebe eine regelmäßige Gewebestruktur mit intaktem Schleimhautepithel und ohne erkennbare entzündliche Zellinfiltration auf. Die Dickdärme der HFD-gefütterten Ratten zeigten eine ausgeprägte Infiltration von Entzündungszellen in der Schleimhaut (schwarzer Pfeil), gestörte Verdauungsdrüsenpläne, eine Ausdünnung der Muskelschicht (roter Pfeil) und Ödeme. Aufgrund dieser Ergebnisse wiesen die Dickdärme von Ratten, die mit HFD gefüttert wurden, einen deutlich höheren histologischen Score auf als die der Kontrollgruppe (Abbildung 3A, B). Darüber hinaus verringerte die Behandlung mit S. platensis das Ausmaß der Infiltration von Entzündungszellen und stabilisierte die Dicke der Dickdarmmuskelschicht bei den HFD-gefütterten Ratten, was zu einer geringeren histologischen Schadensbewertung führte (Abbildung 3A, B). Im Dickdarmgewebe waren die ROS in der HFD-Gruppe um das 1,3-fache höher als in der Kontrollgruppe (Abbildung 3C). Die durch oxidativen Stress verursachten MDA-Werte stiegen in der HFD-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe beträchtlich an (Abbildung 3D); die Werte des antioxidativen Enzyms SOD nahmen jedoch deutlich ab (Abbildung 3E). Die Behandlung mit S platensis reduzierte effektiv die ROS- und MDA-Werte und erhöhte die SOD-Aktivität im Vergleich zu denen der HFD-Gruppe (Abbildung 3C-E). Darüber hinaus verbesserte S platensis signifikant die erhöhten mRNA-Spiegel von Tnfa (Abbildung 3G) und Il1b (Abbildung 3H) im Vergleich zu denen in der HFD-Gruppe, hatte aber keinen Einfluss auf Il6 (Abbildung 3E). Die Behandlung mit S platensis verringerte ebenfalls weitgehend den mRNA-Spiegel von Tnfa im Vergleich zu den Ratten, die mit HFD gefüttert wurden (Abbildung 3G). Die Ergebnisse zeigen, dass S platensis die durch HFD verursachten oxidativen und entzündlichen Schäden im Dickdarm wirksam lindern kann.

2.3. Spirulina platensis regulierte die Darmmikrobiota in HFD-gefütterten Ratten

Die Sequenzierung des 16S rRNA-Gens ergab insgesamt 783 410 Stück (etwa 97 926 ± 456 pro Probe) für die nachgeschaltete Analyse. Die Serien konnten in 215-298 OTUs pro Probe auf dem 98%igen Ähnlichkeitsniveau geclustert werden (365 OTUs wurden aus allen Proben generiert). Zwischen den Gruppen war die Vielfalt der OTUs (Abbildung 4A) nicht wesentlich unterschiedlich (P >>.05). Die PCA teilte die Informationen aus den drei Gruppen und ordnete sie drei verschiedenen Clustern zu (Abbildung 4B). Die Ergebnisse der Alpha-Diversitätsanalyse sind in Abbildung 4C-F dargestellt. S. platensis hatte keinen Einfluss auf die bakterielle Biodiversität des Koloninhalts. In Übereinstimmung mit den Blutproben war die LPS-Konzentration im Kot der Ratten, die mit HFD gefüttert wurden, fast 1,5 Mal höher als die der Ratten, die keine HFD-Diät erhielten. Die erhöhte LPS-Konzentration kehrte sich bei den Ratten, die mit S. platensis behandelt wurden, um (Abbildung 4G).
In den Dickdarm-Proben der Ratten dominierten 11 große Phylla die fäkale Mikrobiota: Firmicutes, Bacteroidetes, Proteobacteria, Actinobacteria, Verrucomicrobia, Tenericutes, Cyanobacteria, TM7, Deferribacteres, Chloroflexi und Euryarchaeota (Abbildung 5A). Die Abundanz von Firmicutes, Proteobacteria und Actinobacteria war nach der HFD-Behandlung angereichert (Abbildung 4B), während die relative Abundanz von Bacteroidetes deutlich abnahm (Abbildung 5B). S platensis veränderte die bakterielle Nachbarschaft im Dickdarm. Die mit S platensis gefütterten Ratten wiesen im Vergleich zur Kontrollgruppe einen signifikant geringeren Anteil an Firmicutes, Proteobacteria und Actinobacteria auf (Abbildung 5B). S platensis erhöhte den relativen Anteil der Bacteroidetes im Vergleich zu dem der HFD-Gruppe (Abbildung 5B). In der HFD-Gruppe war das Verhältnis Firmicutes/Bacteroidetes deutlich höher als in der Kontrollgruppe, was nach der Behandlung mit S platensis im Vergleich zu den HFD-gefütterten Ratten deutlich abnahm (Abbildung 5C). Fünfundzwanzig Keimarten wurden auf Haushaltsebene entdeckt, von denen acht Arten in der S platensis-Gruppe im Vergleich zur HFD-Gruppe verändert waren (Abbildung 5D). In der Kontrollgruppe veränderte die Behandlung mit S platensis die relative Häufigkeit der Mikrobiota in die gleiche Richtung (Abbildung 5E), was darauf hindeutet, dass die Behandlung mit S platensis die Darmmikrobiota effizient modulieren könnte. Bei den Firmicutes wurden die Werte von 3 Arten durch S platensis umgekehrt: Ruminococcaceae, Erysipelotrichaceae und Aerococcaceae. Bei den Bacteroidetes wurde die HFD-induzierte Veränderung der relativen Häufigkeit von Bacteroidaceae durch die Behandlung mit S platensis umgekehrt. Die Behandlung mit S platensis kehrte die Veränderungen bei 3 Gattungen um, insbesondere bei Corynebacteriaceae und Bifidobacteriaceae im Stamm der Actinobacteria und bei Enterobacteriaceae im Stamm der Proteobacteria, verglichen mit der relativen Häufigkeit in der HFD-Gruppe (Abbildung 5E). Daher führte die Behandlung mit S. platensis dazu, dass die Gesamtstruktur der mikrobiellen Gemeinschaft im Darm von HFD-gefütterten Ratten wieder derjenigen der Kontrollgruppe entsprach.

 

3. KONVERSATION

Die vorliegende Studie hatte vier wesentliche Erkenntnisse. Erstens kann S. platensis dazu beitragen, Fettleibigkeit infolge von HFD zu vermeiden. Zweitens verringerte sie chronische, niedriggradige Entzündungsreaktionen. Drittens verringerte sie die Expression von Tight-Junction-Proteinen im Dickdarm. Und nicht zuletzt trug er zur Modulation der Darmmikrobiota bei. Insbesondere der Darmtrakt hat das größte Potenzial, zirkulierende entzündliche Zytokine zu produzieren. Lim et al. 30 zeigten, dass sich eine HFD ungünstig auf die Hyperpermeabilität des Darms und die durch Endotoxämie ausgelöste Schwellung auswirkte. Darüber hinaus kann diätetische Nahrung die Mikrobiota formen und ihre Anpassung fördern, wodurch die Menge der krankheitsauslösenden Mikroorganismen im Vergleich zu den gutartigen Mikroben erhöht wird. 31, 32 Nachdem eine HFD schädliche Bakterien hervorgerufen hat, wirkt sie sich außerdem negativ auf die Darmepithelzellen aus oder aktiviert die Produktion schädlicher Metaboliten, was zu einer Hyperpermeabilität des Darms führt, wodurch LPS und proinflammatorische Zytokine aus dem Dickdarm in den Blutkreislauf austreten. Es gibt ein Netzwerk von Elementen, die zusätzlich zur Wirkung von LPS zur Entwicklung einer Insulinresistenz beitragen, wie z. B. erhöhte Plasmaspiegel von FFA und mitochondriale Dysfunktion und Hormonspiegel (minimiertes Adiponectin oder Leptinresistenz). 33.

Die gesammelten Erkenntnisse zeigen, dass eine Einschränkung der Nahrungsaufnahme die Darmmikrobiota modulieren und Gewichtsprobleme und die damit verbundenen Krankheiten verhindern kann. 34 Cani et al. 29 untersuchten diätetisch ernährte Mäuse mit Gewichtsproblemen und zeigten, dass Antibiotika die chronischen metabolischen niedriggradigen Entzündungsvorgänge verbesserten. Die regulierende Wirkung der Darmmikrobiota lässt sich auch durch ernährungsbedingte Interventionen nachweisen, die die Symptome der durch HFD verursachten Stoffwechselkrankheiten minimieren. Frühere Forschungsstudien berichteten, dass S. platensis die durch HFD induzierten Stoffwechselschwellungen bei gesicherten Tieren lindern 35 und die probiotische Population, wie Bifidobacterium und Lactobacillus, in vitro verbessern könnte. 20 Im Einklang mit früheren Forschungsstudien zeigten wir, dass die Behandlung mit S platensis das Körpergewicht, das Gewicht der Fettpolster und die Serum-Stoffwechselmacher signifikant reduzierte und die Insulinempfindlichkeit sowie die anhaltenden Entzündungszustände der HFD-behandelten Ratten verbesserte. Diese Ergebnisse zeigen, dass S platensis als wirksames Mittel zur Verbesserung der HFD-induzierten Ergebnisse verwendet werden könnte.

Die Darmmikrobiota von Tieren, die eine HFD erhielten, wies ein erhöhtes Verdauungsverhältnis von Firmicutes zu Bacteroidetes auf, was zeigt, dass diese wichtigsten umgewandelten Phyla bei durch HFD ausgelösten Stoffwechselstörungen notwendig sind. 36 Ernährungsinterventionen trugen dazu bei, das Verhältnis umzukehren und die durch Gewichtsprobleme ausgelösten Störungen bei Tieren, die eine HFD erhielten, zu lindern. Die typischsten Ernährungsmaßnahmen, die diese Wirkung zeigen, sind Resveratrol, 37 Polyphenole aus Granatapfelschalen 38 und Ballaststoffe. 39 Unseren Ergebnissen zufolge kehrte S platensis das durch die HFD verursachte erhöhte Verhältnis von Firmicutes zu Bacteroidetes um. Auf der Ebene der Familien und Stämme zeigte S platensis seine Wirksamkeit bei der Wiederherstellung des durch HFD verursachten Ungleichgewichts der Darmmikrobiota. Auf Haushaltsebene veränderte die HFD die Abundanz von 2 wichtigen gramnegativen Bakterien, den Enterobacteriaceae und Bacteroidaceae. Die relative Häufigkeit der Enterobacteriaceae nahm zu, während die der Bacteroidaceae abnahm. Die Enterobacteriaceae fungieren als starker Agonist von TLR4. 40 Darüber hinaus zeigen die LPS-Lipid-A-Strukturen der Enterobacteriaceae eine stärkere Bindung mit Mitgliedern des TLR4-Aktivierungspfads als die Lipid-A-Strukturen der Bacteroidaceae. Dysbiose-bedingte Verschiebungen im Mikrobiom des Verdauungstrakts, die den Anteil der Enterobacteriaceae erhöhen, gehen also mit stärkeren Lipid-A-Strukturen einher, was dazu führt, dass das Verdauungsgewebe anfälliger für die TLR4-Aktivierung wird, indem die zur Aktivierung von TLR4 erforderliche LPS-Menge verringert und eine starke Entzündungsreaktion erzeugt wird. In einer früheren Studie wurden Ruminococcaceae und Erysipelotrichaceae im Kot von Mäusen, die mit HFD gefüttert wurden, und von db/db-Mäusen im Vergleich zu den Kontrollmäusen vermehrt nachgewiesen, was sich positiv auf den Phänotyp der Gewichtsprobleme auswirkte. 41 Die Ergebnisse der heutigen Forschungsstudie stimmen mit diesen früheren Erkenntnissen überein: Bei Ratten, die mit HFD gefüttert wurden, waren die Vielfalt und die Menge der Ruminococcaceae und Erysipelotrichaceae im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht, während die Behandlung mit S platensis den gegenteiligen Effekt hatte. Dies deutet darauf hin, dass die Behandlung mit S platensis das durch HFD verursachte Ungleichgewicht der Darmmikrobiota reguliert und eine Erklärung dafür sein könnte, dass S platensis die durch HFD verursachten Gewebeschäden im Darmtrakt reduziert. Diese Ergebnisse folgten früheren Studien, die zeigten, dass S platensis und seine Bestandteile eine positive Wirkung auf die HFD-induzierte Darmmikrobiota-Dysbiose haben. 20, 21, 22 Nichtsdestotrotz ist die Leitlinie der Verdauungsbarrierefunktion zusammen mit der Verbesserung der Gewebeschäden im Verdauungstrakt unter HFD durch Spirulina platensis und sein System noch nicht wirklich untersucht worden.

Es gibt 2 wesentliche Funktionen der Verdauungsprobleme, die durch HFD-induzierte Adipositas verursacht werden: Oxidativer Stress und entzündliche Aktivierung. 42 Studien haben bewiesen, dass oxidative Schäden die intestinale Permeabilität erhöhen können, zum Beispiel trugen in Caco-2-Zellen die durch Wasserstoffperoxid verursachten entzündlichen Zytokine Interferon gamma (IFN-γ) und TNF-α zur intestinalen Hyperpermeabilität bei. 43 Darüber hinaus beeinflussen stressbedingte Entzündungen und oxidative Schäden im Verdauungstrakt die Expression von Kreuzungsproteinen. 44 Daher nahmen wir an, dass S platensis nicht nur die Darmmikrobiota beeinflussen, sondern auch HFD-induzierte oxidative Schäden und Schwellungen des Verdauungsgewebes lindern könnte. In der heutigen Studie stellte S platensis die verminderten Werte der Tight Junction-Proteine wieder her. Darüber hinaus verringerte S platensis die Expression von TLR4, MyD88 und NF-κB im Dickdarm im Vergleich zu HFD-gefütterten Ratten erheblich. Dies deutet darauf hin, dass die S platensis die Entzündungsreaktion und den Anstieg der proinflammatorischen Zytokine im Darm durch die Behinderung des TLR4/MyD88/NF κB-Signalwegs reduziert, was mit den reduzierten Serumspiegeln von TNF-α und IL-6 bei den mit S platensis gefütterten Ratten im Vergleich zur Kontrollgruppe übereinstimmt.

Wir sind ebenfalls der Meinung, dass die Behandlung mit S platensis sicher ist, da während der gesamten spekulativen Dauer keine schädlichen Auswirkungen von S platensis festgestellt wurden, unabhängig vom Gewicht der Tiere, ihrer Nahrungsaufnahme, ihrer Serumbiochemie oder ihrer Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen. Wir schlagen vor, eine umfassendere Bewertung seiner Toxizität vorzunehmen, bevor es in den menschlichen Ernährungsplan aufgenommen wird, da wir derzeit nicht über wissenschaftliche Untersuchungen und Beweise verfügen, um seine Nebenwirkungen bei der Anwendung am Menschen zu untersuchen.

Zusammenfassend kamen wir zu dem Schluss, dass der Nährwert von S. platensis von seiner starken Wirksamkeit bei der Behandlung von durch Fettleibigkeit verursachten organisierten Entzündungen abhängt, die durch eine HFD hervorgerufen werden, insbesondere durch den Mechanismus der Minimierung von Darmschäden und der Korrektur des Ungleichgewichts der Darmmikrobiota (Abbildung 7). Daher schlagen wir vor, dass die präbiotischen Wirkungen von S. platensis genutzt werden müssen, um die Darmgesundheit zu verbessern und Funktionsstörungen des Darms zu vermeiden. Diese Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Herstellung von S. platensis und die Untersuchung des Mechanismus von Granatapfelextrakten.